Gedankenschätze für zwischendurch - Der Work-Life-Balance Irrtum 2

Gedankenschätze für zwischendurch – Der Work-Life-Balance Irrtum

Satt, selig, mit Wow-Faktor, so habe ich meine Tage am liebsten. Und dann gibt`s da noch die anderen. Die, an denen man sich selbst zum Einschlafen zu kaputt fühlt. Derart am Limit, dass für „müde“ eine neues Wort erfunden werden müsste und sobald wir jemandem davon erzählen, kommt ein gut gemeinter Rat mit dieser Formulierung, die gerade angesagt ist: Work-Life-Balance. Dabei ist die Wortschöpfung ein Witz. Jedenfalls, wenn Sie mich fragen. Denn, was um alles in der Welt sollte an einer Empfehlung gut sein, die uns anhält, jene 33 000 bis 35 000 Tage, die uns bei normaler Lebenserwartung zur Verfügung stehen (ab der Lebensmitte nur noch die Hälfte) in zwei Kategorien aufzuteilen – Arbeit ODER Leben – zwischen denen wir dann mit Akribie Balance halten? Wäre es nicht viel sinnvoller und schöner, wenn wir in beiden Bereichen durchgehend Lebensfreude empfinden können? Also mit Neugier und Hingabe das anpacken, was wir normalerweise Arbeit nennen und in den anderen Stunde Weiteres von dem erleben, was zu uns passt. Klar, geht nicht immer rund um die Uhr. Von einem bekannten Gründer und CEO aus der Computerbranche (Sie wissen schon, der mit dem Apfel) las ich allerdings das:

„Mit 17 bekam ich einen Tipp, der ungefähr so klang: Wenn Du jeden Tag so lebst, als wäre es Dein letzter, wird es höchstwahrscheinlich irgendwann richtig sein. Das hat mich so beeindruckt, dass ich in den vergangenen 33 Jahren jeden Morgen in den Spiegel schaute und mich selbst fragte: Wenn heute der letzte Tag in meinem Leben wäre, würde ich das tun, was ich mir heute vorgenommen habe zu tun? Und jedes Mal, wenn die Antwort nein war für mehrere Tage hintereinander, wusste ich, ich muss etwas verändern.“

Über andere Teile der Vita dieses Machers kann man sicher streiten. In dem Punkt aber, finde ich, liegt er goldrichtig und um mich jeden Tag an diesen Impuls zu erinnern, trage ich ein kleines Memo in der Tasche. In meinem Fall ist es eine Muschel. Die, die ich beim eigenen Aufbruch zu neuer Lebensfreude in der Lebensmitte fand. Vielleicht ist es für Sie ein anderer Glücksbringer, der gerade auf Ihrem Schreibtisch liegt oder ein Post-it am Kühlschrank. Hauptsache wir erinnern uns zwischendurch immer mal an unsere kostbare Zeit. Genau hier, mitten am Tag, ohne nach Feierabend die Work-Life-Balance auszuwiegen. Wenn, dann findet sie ohnehin gleich statt. Jetzt, in diesem Moment! Und der Beweis, dass wir den Dreh raus haben, zeigt sich dann sicher in der Tatsache, dass wir sie immer seltener erleben: Diese Phasen, in denen wir uns selbst zum Einschlafen zu kaputt fühlen.

Schreiben Sie mir (Kontaktseite), was Ihnen am besten hilft, zu Kraft zu kommen, sobald es dringend nötig ist. Ich bin neugierig darauf und stelle die schönsten Impulse gern mit hier ein. Lassen Sie uns das Glück teilen! Schließlich vermehrt es sich dabei 🙂